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VfL Oldesloe - TSV Nahe: 7:1 (0:1)

VfL Oldesloe - TSV Nahe: 7:1 (0:1)

Kurioses Spiel in Oldesloe! Trotz einer knappen überraschenden 1:0-Halbzeitführung des TSV Nahe gelang dem VfL am Ende ein mehr als deutlicher 7:1-Sieg gegen das abgestiegene Schlusslicht. Nahe kam durch ein Elfmetertor von Thorben Lemke nach 24 Minuten zum 1:0. Doch dann die wohlmöglich spielentscheidende Szene ca. fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff: Nahes Keeper Lennart Braasch fliegt mit glatt rot vom Platz, nachdem er den Ball außerhalb des Strafraums klar mit der Hand gespielt hatte. Durch die Entscheidung von Schiri Bela Bendowski musste Ersatzkeeper Marc Wenk zwischen die Pfosten. Zwar konnte sich der TSV noch in die Halbzeit retten, im zweiten Durchgang fielen die Gegentore aber wie am Fließband: Patrick Espe glich nach 53 Minuten völlig verdient aus, gegen eine Naher Elf, die sich hinten einigelte und nur noch mauerte. Wenig später gab es Elfer für den VfL. Jan Vogelsang konnte verwandeln. Teamkollege Yannik Teichmann erhöhte auf 3:1, Pascal Espe, Patricks Bruder, schoss das vierte Tor. Die Messe war nun bereits mehr als gelesen. Hamza Aichaoui - ebenfalls per Elfmeter -, erneut Teichmann und Kapitän Kemal Akin, quasi mit dem Schlusspfiff, sorgten für einen 7:1-Kantersieg.

Marius Kuhlke (VfL Oldesloe): Erste Halbzeit war bei uns der Kopf zu viel im Spiel. Da haben wir überhaupt nicht locker aufgespielt und Nahe hat es auch gut gemacht. Nach dem Platzverweis kam ein riesiger Bruch. Von da an stellten sie sich nur noch hinten rein und das konnte auf Dauer nicht gut gehen. Wir haben zu keinem Zeitpunkt nachgelassen. Lob an die jungen Schiris für eine klasse Leistung heute! Nun haben wir es am letzten Spieltag gegen Eichholz in der eigenen Hand. Wir wollen uns nicht auf Pölitz und Rönnau verlassen, sondern den Zuschauern einen Heimerfolg im letzten Spiel bieten. Wir haben keinen Bock auf die Relegation!"

SV Todesfelde gewinnt den Kreispokal

Karsten Jaeger

So sehen Sieger aus: Der SV Todesfelde wurde trotz des Heimvorteils für den Gegner seiner Favoritenrolle in souveräner Manier gerecht

Foto: Thomas Maibom

So sehen Sieger aus: Der SV Todesfelde wurde trotz des Heimvorteils für den Gegner seiner Favoritenrolle in souveräner Manier gerecht
23 Oberliga-Kicker feiern 10:0-Erfolg gegen TSV Nahe. Der FSC Kaltenkirchen bezwingt im Frauen-Endspiel den VfL Struvenhütten mit 7:0.

Nahe. Die goldene Wandertrophäe glitzerte in der Nachmittagssonne, sie war für die Siegerehrung noch einmal sorgfältig poliert worden. Am größten Tag für den Fußball im TSV Nahe seit Jahrzehnten schien dabei schon vor dem Anpfiff des Kreispokal-Endspiels zwischen dem krassen Außenseiter TSV und dem SV Todesfelde klar, dass der KFV-Spielausschuss-Obmann Volker Suhr (Daldorf) in Begleitung des stellvertretenden Landrates Claus Peter Dieck (Todesfelde) nach dem Schlusspfiff den Oberliga-Kickern den begehrten "Pott" überreichen würde.

So kam es am dann auch. Vor rund 300 Zuschauern hatte der in der Rückrunde häufig glücklos agierende Absteiger aus der Verbandsliga Süd bei seiner deutlichen 0:10 (0:5)-Niederlage erwartungsgemäß keine Chance gegen den SVT. Zum vierten Male hinterein­ander gewannen die Todesfelder den Kreispokal, womit sich die Mannschaft von Trainer Sven Tramm gleichzeitig auch für den Landespokal der neuen Saison qualifizierte.

Die erneute Teilnahme am Cupwettbewerb auf höherer Ebene hatte der Coach als konkretes Ziel für sein Team ausgegeben. Nach einer strapaziösen Oberliga-Saison hat es mühelos geklappt, die Crew kann zufrieden nach Mallorca fliegen und danach in die Sommerpause gehen.

Tramm: "Wir sind Hallen-Kreismeister geworden, haben am HallenMasters in Kiel teilgenommen und uns nun den Kreispokalpokal geholt. Das ist eine gute Bilanz."

Die Naher Fußballer, die auf dem Weg ins Endspiel mit Husarenstreichen gegen die Kaltenkirchener Turnerschaft (Verbandsliga West) und den TuS Hartenholm (Landesliga Holstein) aufhorchen ließen, waren diesmal zwar überfordert, sammelten dafür aber Sympathiepunkte.

Die Spieler erfreuten sich an der Tatsache, überhaupt so weit gekommen zu sein und das Finale zu einem nicht alltäglichen Event gemacht zu haben, an das sie sich noch lange erinnern werden – unabhängig vom ernüchternden Ergebnis.

Ursprünglich hatte das Endspiel am Himmelfahrtstag auf der Anlage des SSC Phoenix Kisdorf stattfinden sollen, konnte damals aber wegen schlechter Witterungsbedingungen mit schweren Gewittern nicht ausgetragen werden. Die Neuansetzung wurde aus Termingründen schwierig. Schließlich erhielt der TSV Nahe als klassentieferer Verein den Zuschlag, die Partie auszurichten Für Ligaobmann Edmund "Eddy" Mes­serschmidt war es dabei eine Frage der Ehre, auf Anfrage des Kreisfußballverbandes grünes Licht zu geben.
Vorbildliche Bedingungen trotz kurzer Vorlaufzeit

Messerschmidt hat im Frühjahr nach dem kurzfristigen Ausscheiden von Coach Jürgen Wildbrett das Training und die Betreuung der Ligamannschaft des TSV Nahe für den Rest der Saison übernommen. Er schaffte es mit nur fünf Tagen Vorlaufzeit, den Finaltag an der Segeberger Straße mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern zu organisieren und reibungslos über die Bühne zu bringen. Dafür erhielt er viel Anerkennung von allen Seiten: Ein Organisationsteam von 54 Personen begann schon kurz nach Spielschluss mit den ersten Aufräumarbeiten – am heutigen Trainingsabend geht's weiter.

"Die Sorgen einfach mal Sorgen sein lassen zu können, das tut uns gut", sagte Messerschmidt. "Das heutige Ereignis wird so schnell nicht wiederkommen, dessen sollten wir uns alle bewusst sein. Die Jungs hatten trotz der deutlichen Niederlage riesigen Spaß."

Kein Wunder: Vor genau 51 Jahren hatte eine Mannschaft der heute
318 Mitglieder zählenden Fußballsparte zuletzt den Kreispokal gewonnen. B-Jugend-Trainer Sebastian Günther: "Im Endspiel auf eigenem Platz antreten zu können, ist einfach das Größte."

Eher unerfreulich war hingegen die Generalprobe des zukünftigen Kreisligisten für das Kreispokal-Finale verlaufen. Gegen den Tabellendritten WSV Tangstedt gab es wie auch im Endspiel eine zweistellige Packung, die Naher wurden auf eigenem Platz vom Kontrahenten mit 10:1 (4:1) abgefertigt.

Das letzte Punktspiel der Oberliga Schleswig-Holstein brachte für die Kicker des SV Todesfelde keine größeren Belastungen mehr. Beim seit Wochen feststehenden Absteiger TSV Wankendorf behielten die Gäste mit 3:0 (2:0) die Oberhand. Goalgetter Morten Liebert sorgte mit einem verwandelten Strafstoß für die Führung (30.), die Rafael Krause in der 42. Minute ausbaute. Das 3:0 des SVT, der die Saison mit
44 Punkten auf Rang sechs abschließt, gelang erneut Liebert (89.). Im Kreispokal-Endspiel war der Angreifer mit vier Treffern ebenfalls erfolgreichster Torschütze.

Den Kreispokal der Frauen holte sich ebenfalls auf dem Sportplatz in Nahe die Mannschaft des FSC Kaltenkirchen. Das Landesliga-Team wurde vom Kreisliga-Kontrahenten VfL Struvenhütten nicht sonderlich gefordert und setzte sich am Ende mit 7:0 (5:0) durch. Die Fußballerinnen sorgten mit dem Pokaltriumph gleichzeitig für ein passendes Geschenk zum 30-jährigen Bestehen ihres Vereins am 2. Juni.

Kreispokal-Finale der Männer: SV Todesfelde – TSV Nahe 10:0 (5:0). Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Morten Liebert (7./12./14.), 4:0 Emanuel Bento (33.), 5:0 Christian Jaacks (40.), 6:0 Morten Liebert (69.), 7:0, 8:0 Oliver Zebold (69./73.), 9:0 Cedric Szymczak (87.), 10:0 Oliver Zebold (90.+1).



Kreispokal-Finale der Frauen: FSC Kaltenkirchen – VfL Struvenhütten 7:0 (5:0). Tore: 1:0 Svea-Celina Scheffler (2.), 2:0 Ann-Kathrin Peterson (17.), 3:0 Maylin Steensen (38.), 4:0 Nele Dierks (42.), 5:0 Maylin Steensen (44.), 6:0 Ann-Kathrin Peterson (65.),
7:0 Lia-Talissa Scheffler (80.).